Großer Zuspruch auf den Wahlversammlungen – Ungekürzter Bericht
Wahlversammlungen ziehen großes Interesse auf sich
In der vergangenen Woche fanden zwei überaus gut besuchte Wahlversammlungen des Bürgerforums ROL im Sportheim des SV Pattendorf und im Saal des Gasthof Burger in Oberhatzkofen statt. Das ungebrochene Interesse der Bürger an diesen Veranstaltungen zeigt, dass der Bevölkerung wichtig ist, wer die Geschicke der Stadt und der Ortsteile in den nächsten sechs Jahren lenkt, so Lummer in seiner Eingangsrede.
Der Vorstand des Bürgerforums und Listenführer Michael Lummer betonte seine Teamplayerqualitäten und freute sich über sein starkes, hochmotiviertes Team, das aus Menschen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen aus Rottenburg und sechs Ortsteilen stammt und einen jungen Durchschnittsalter von 46 Jahren aufweist. Allen Kandidatinnen und Kandidaten sei gemeinsam, dass sie sich mit Ideen und klaren Vorstellungen um das Amt eines Stadtrats bewerben. Es sei ihnen allen ein Anliegen, Verantwortung zu übernehmen; kein einziger Kandidat wolle lediglich die Liste auffüllen.
Im Anschluss an Lummers motivierte Rede stellte der zweite amtierende Stadtrat Hans Amann klar, dass die vorhandenen guten Ansätze der Wählergemeinschaft in der aktuellen Legislaturperiode oft durch das Einzelkämpfertum von Lummer und ihm selbst auf der Strecke geblieben seien. Die beiden Mahner der Haushaltslage standen häufig alleine da. Umso erfreulicher sei es nun, dass sich alle Mitbewerber im Wahlkampf mit den originären Themen des Bürgerforums ROL profilieren wollten.
Im Mittelpunkt der Versammlungen standen die thematischen Arbeitsgruppen, in denen sich die Kandidatinnen und Kandidaten präsentierten. Aus der Einheit Wirtschaft und Industrie profilierte sich Unternehmer Harald Mohler mit einem klaren Bekenntnis zu einem starken Wirtschaftsstandort Rottenburg. Fabian Gruber setzt auf die Sichtbarmachung von Gewerbeflächen und die klare Werbung für den Wirtschaftsstandort Rottenburg. Planungssichere Rahmenbedingungen für Betriebe sowie kurze Genehmigungsverfahren seien notwendig, um Arbeitsplätze zu sichern und die Ausbildung vor Ort zu stärken, so die Verantwortlichen aus der Gruppe. Für Handel und Innenstadtbelebung setzte Monika Pernstecher als Ladeninhaberin einen praxisnahen Akzent. Sie schilderte, wie regionale Wertschöpfung durch geschicktes Stadtmarketing gelingen kann. Nachbargemeinden gehen hierbei mit gutem Beispiel voran. Rudolph Greiner steuerte seine Fachexpertise im Bereich Steuerrecht bei und unterstrich dadurch die Vorhaben seiner Vorredner. Felix Schmidt-Stein, der vor einigen Jahren mit seiner Familie nach Rottenburg gezogen ist, brachte seinen wertvollen Blick von außen ein und hat die konkrete Idee, Rottenburg auch für Reisende interessant zu gestalten und Durchreisende zum Verweilen zu animieren.
In der Gruppe Stadtentwicklung verwiesen Gabi Engelbrecht, Markus Becker und Andreas Altenbeck auf den bereits erarbeiteten ISEK-Fahrplan als „gutes Drehbuch“ aus Bürgerbeteiligung und Fachexpertise. Sie drängen auf sichtbare Umsetzungsschritte in der Innenstadt, etwa die Sanierung von Leerständen und eine behutsame Nachverdichtung, um Wohnen, Handel und Aufenthaltsqualität in Einklang zu bringen. Das gute Radwegenetz vor den Toren Rottenburgs dürfe nicht am Ortsschild enden, so Becker.
Für den Bereich Energie, Nachhaltigkeit und neue Technologien stellten Reinhard Zormeier, Manfred Zormeier und Siegfried Zehentbauer die Idee eines multiprofessionellen Begleitgremiums vor, das als Schnittstelle zwischen Stadtrat und Bürgerschaft Projekte frühzeitig bewertet, Bedenken aufnimmt und Transparenz schafft – mit dem Ziel, Klimaschutzmaßnahmen praktikabel und mehrheitsfähig zu gestalten.
In der großen Einheit Gesellschaft und Bürgernähe warb Hannes Mosner dafür, das Miteinander in der Großgemeinde mit pragmatischen Lösungen zu stärken. Markus Rückwardt und Walter Burger berichteten von ihren Ideen zu leicht zugänglichen, digitalen Rathausdiensten, verlässlicher Bürgerkommunikation und Vereinsförderung. Eva Engelbrecht hat die Bedürfnisse alter und pflegebedürftiger Menschen im Auge und setzt sich für einen würdevollen Umgang bis zum Lebensende ein. Alex Kirchner berichtete direkt und unverblümt davon, welchen wichtigen Beitrag auch die Kunst an einem gelingenden Miteinander haben kann. Er setzte sich dafür ein, dass Kunst und Kultur in der Stadt einen entsprechenden Stellenwert bekommen. Joseph Becker, als jüngster Listenkandidat, berichtete hochmotiviert über die Notwendigkeit, jungen Menschen Verantwortung zu übertragen, um diese aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitwirken zu lassen. Stefanie Obermeier spricht sich mit ihren Ideen ganz klar für eine Stärkung der Lebensqualität ihres Heimatortes Rottenburg aus. Rottenburg muss für alle Altersgruppen interessant bleiben. Attraktive Angebote für Jugendliche sind ebenso wichtig wie eine umfassende medizinische Versorgung vor Ort.
Zum Abschluss bot das Bürgerforum jeweils eine kompakte Wahlaufklärung an, die Lummer gemeinsam mit Stefanie Obermeier übersichtlich und verständlich präsentierte – ein Service, den viele Besucherinnen und Besucher ausdrücklich lobten. Lummer nutzte diesen Teil, um sich klar vom neu hinzugekommenen Mitbewerber um den Stadtrat abzugrenzen. Er bezog sich dabei auf die Veranstaltung der Mitbewerberpartei in Münster und kritisierte, dort sei „kommunalpolitisch nicht die geringste Idee“ erkennbar gewesen; es handle sich vielmehr um eine bundes- und landesweit gesteuerte Aktion, die die bedeutsame kommunale Ebene unterwandern solle. Wer echtes Interesse an Rottenburg habe, müsse diese Gruppierung klar ablehnen, so Lummer.
Die Wahlversammlung in Oberhatzkofen stand natürlich ganz im Zeichen eines Heimspiels von Walter Burger. Im elterlichen Gasthof war es eine Selbstverständlichkeit, die anwesenden Besucherinnen und Besucher im Anschluss an die Veranstaltung entsprechend zu verköstigen und seiner Familie für den großen Rückhalt zu danken.
Die Resonanz auf die Wahlversammlungen war durchweg positiv, und die Verantwortlichen freuen sich auf die bevorstehenden Veranstaltungen, um sich den Bürgerinnen und Bürgern zu präsentieren.


